Die schönsten Viertausender in der Schweiz

Fünf Hochtourenklassiker im Wallis und im Berner Oberland

Die schönsten 4000er-Touren in der Schweiz. Tausende von Gipfeln hat die Schweiz. Doch nur 48 recken ihre Spitze über 4000 Meter hoch in den Himmel. Von den frühen Zeiten des Bergsteigens bis heute sind sie die Glanzlichter des Schweizer Alpinismus geblieben.
Von Caroline Fink
 
Die schönsten Hochtouren in der Schweiz © www.mountainpanoramas.com/Bruno Schlenker (Schreckhorn)
Die schönsten Hochtouren in der Schweiz
Sie sind die Höhepunkte der Schweizer Alpen: die 48 Viertausender. Doch sie sind auch Fluch und Segen zugleich: Gäbe es sie nicht, müssten wir Bergsteiger uns weniger quälen. Denn als hätte ein alter Meister ein Lehrstück in Demut geschaffen, sind die Viertausender hoch genug, um uns in dünner Luft leiden zu lassen. Um mit Kopfweh und Schlafl osigkeit zu bestrafen, wer zu schnell aufsteigt, und um den Puls zum rasenden Klopfen und den Atem zum Keuchen zu machen.

Dennoch, oder gerade deswegen, sind sie seit jeher die Traumziele in den Schweizer Alpen. Oder in anderen Worten: das Fels gewordene Sinnbild der menschlichen Neugier. Es entspricht nun mal der Natur unserer Spezies, immer Neues, immer Höheres zu erkunden und zu entdecken. Unsere Höhlen zu verlassen, das Rad zu erfi nden und uns immer wieder auf den Weg zu machen; auf der Suche nach einer besseren Lösung, einem neuen Land oder eben: einem höheren Gipfel. Machen wir uns auf die Suche nach der Antwort auf die Frage, warum Viertausender faszinieren, landen wir unweigerlich beim britischen Höhenbergsteiger George Mallory, der 1924 am Everest ums Leben kam.

Auf die Frage, warum er auf diesen Berg steigen wolle, sagte er: »Weil er da ist.« Was auch für die höchsten Gipfel der Berner, der Walliser und – im einen Fall des Piz Bernina – der Bündner Alpen gilt: Wir besteigen diese Gipfel, weil sie hier sind. Was umgekehrt wiederum heißt, dass wir sie nicht besteigen könnten, wären sie nicht hier. Denn sie zu erschaffen, dafür sind wir Menschen dann doch zu klein.
Hochtour Dom Schweizer Alpen
Dem Dom aufs Dach zu steigen, erfordert wenig Technik, aber viel Kondition.

Hochtouren im Wallis und im Berner Oberland

  • WO ANKLOPFEN? Grindelwald Tourismus, Tel. 00 41 (0)33/8 54 12 12, www.grindelwald.ch; Valais/Wallis Promotion in Sion, Tel. 00 41 (0)27/3 27 35 90, www.wallis.ch
  • WO SCHLAFEN? Infos zu den jeweiligen Hütten gibt es gebündelt auf der Webseite des Schweizer Alpen-Club SAC, www.sac-cas.ch
  • WIE RAUFKOMMEN? Infos zu den Viertausendern unter www.viertausend.ch/48x-viertausend; Infos zu aktuellen Verhältnissen und Routen unter www.hikr.org und www.bergportal.ch
  • SICH ORIENTIEREN: Das gesamte Schweizer Kartenmaterial im Maßstab 1:25 000 inkl. Wanderwegen findet man auch online unter www.map.geo.admin.ch
  • MEHR ERFAHREN: Caroline Fink, Marco Volken »Die Vertausender der Schweiz«, AS-Verlag 2015; »Matterhorn/Dent Blanche/Weisshorn – Vom Col Collon zum Theodulpass«, SACVerlag, Bern 2010; »Alpinführer Walliser Alpen 4/5 – Vom Theodulpass zum Simplon«, SAC-Verlag, Bern 2009; »Berner Alpen – Ausgewählte Touren zwischen Sanetsch- und Grimselpass«, SAC-Verlag, Bern 2013

Fünf Hochtouren in der Schweiz:

1. Bishorn - der kleine Bruder des Weißhorn
Neben dem mächtigen Weißhorn wirkt das Bishorn etwas verloren, doch mit 4153 Metern ist es dennoch ein ernstzunehmender Viertausender. Beliebt ist die Hochtour auf das Bishorn vor allem bei Hochtouren-Einsteigern oder als "Aufwärmtour" zu Saisonbeginn, da sie nicht allzu schwer ist.

2. Hochtour auf das Nadelhorn
Das Nadelhorn ist ein gern begangener 4000er nördlich des Doms, dem höchsten Binnengipfel der Schweiz. Rein technisch halten sich die Schwierigkeiten der Hochtour auf das Nadelhorn in Grenzen, doch bei blanken Verhältnissen wird es rasch anspruchsvoller.

3. Hochtouren-Geheimtipp: Roccia Nera
Selten wir die Roccia Nera als Einzelgipfel bestiegen, meist bildet sie den Auftakt einer Überschreitung des Breithorn-Massivs. Doch auch für sich allein ist die Hochtour auf die Roccia Nera eine lohnende Unternehmung.

4. Auf das Gipfelplateau des Alphubels
Die Hochtour auf den Alphubel beginnt recht gemütlich, denn der Zustieg ist bequem per Gondel zurückgelegt. Dennoch ist Corsicht geboten, denn auf dem Plateau warten heimtückische Gletscherspalten!

5. Dom - Hochtour auf den Höchsten
Technisch ist die Hochtour auf den Dom nicht allzu schwer, doch sollte man sich schon 2-3 Tage Zeit nehmen, um ihm auf's Haupt zu steigen. Der Ausblick vom Gipfel ist zum niederknien!
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 09/2015. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren