Prominente Gipfel-Parade im Aostatal | BERGSTEIGER Magazin
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Prominente Gipfel-Parade im Aostatal

Im Norden des Aostatals bilden zahlreiche Viertausender an der Grenze zwischen Schweiz und Italien eine spektakuläre Kulisse und Spielwiese für Bergsteiger.
Viertausender sammeln auf der Spaghetti-Runde © Astrid Därr
Viertausender sammeln auf der Spaghetti-Runde
Wer den schnellsten Skifahrer der Welt kennen lernen möchte, muss ins Ayas-Tal reisen. Simone Origone düst im Winter mit über 200 Stundenkilometern die Hänge hinunter. Im Aostatal kennt jeder den 38-jährigen Speedskifahrer aus Champoluc. Immer wieder begegnet er Touristen in Form von signierten Plakaten an den Wänden. Simone kommt nicht nur schnell den Berg runter, sondern auch rauf: Im Jahr 2007 erklomm er 21 Viertausender der Monte Rosa-Kette zwischen Matterhorn und Dufourspitze in weniger als 18 Stunden.

Aber der Bergführer der Superlative kann auch langsam. Im gemütlichen Tempo marschiert er vom urigen Walserdorf Alpenzù, dessen 300 Jahre alte, schiefergedeckte Bauernhäuser über Gressoney-Saint-Jean thronen, hinauf zum Colle Pinter (2776 m). Im Sommer führt der Promisportler Touristen auf die Berge seiner Heimat.

Viertausender sammeln

Die Tour auf der Alta Via 1 über den Pass zwischen Gressoney- und Ayas-Tal bietet besonders schöne Ausblicke auf das Monte-Rosa-Massiv: eine wilde Bergszenerie mit 28 Gipfeln über 4000 Meter, ein Paradies für Bergsteiger. Auf der sogenannten »Spaghetti-Runde« können Hochtouristen mit etwas Wetterglück zwölf Viertausender in fünf Tagen besteigen und werden abends auf den italienischen Hütten mit Pasta und Wein verwöhnt. Höhepunkt ist die Übernachtung im höchstgelegenen Gebäude Europas, der Capanna Margherita auf der Signalkuppe (4554 m).


Auf La Tchavana kann man beim Käsen zuschauen.

Wer von Gressoney aus mehrere Viertausender mitnehmen möchte, steigt über die Mantova- und Gnifetti-Hütte (3610 m) auf die Vincent-Pyramide (4215 m), die Ludwigshöhe (4342 m) oder die Zumsteinspitze (4564 m) gegenüber der Margherita-Hütte. Verlockend sind auch die vielen gemütlichen Wanderungen, etwa entlang alter Bewässerungskanäle, »Ru« genannt. Das Kulturerlebnis kommt dabei nicht zu kurz: Das Ayas-Tal ist bekannt für seine Holzschuhe, die Sabots. Bei der Kooperative in Antagnod kann man den Handwerkern bei der Arbeit zusehen.

Im Bilderbuchdorf Gressoney-Saint-Jean ist die Walserkultur noch lebendig: In den schmalen Straßen mit Namen wie Lyswaeg und Gresmatte Weg reihen sich mit Geranien geschmückte Bauernhäuser aneinander. Einige Menschen sprechen hier noch »Titsch«, die Sprache der Walser. Auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten wanderten sie zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert von der Schweiz ins Aostatal ein. Ihre Kultur spiegelt sich noch heute in der Architektur, der Tradition und der Sprache wieder.

Touren im Monte-Rosa-Gebiet

Die Wanderwege am Fuße des gewaltigen Massivs bieten herrliche Aussichten.

Alta Via 1
  • Anspruch: mittel
  • 1000 Hm
  • 9,2 Km
  • 5-6 Std.
  • Charakter: Der Bergpfad vom Gressoney- ins Ayas-Tal bietet tolle Ausblicke auf das Monte-Rosa-Massiv und führt zum Colle Pinter (2776 m) am Fuß des markanten Felsgipfels der Testa Grigia (3314 m). Beim Abstieg lohnen sich ein Abstecher zu den idyllisch gelegenen Laghi di Pinter und ein gemütlicher Spaziergang durchs Walserdorf Cunéaz.
  • Route: Rifugio Alpenzù (1779 m) – Colle Pinter (2776 m) – Cunéaz (2062 m) – Crest (1952 m)
  • Info: www.lovevda.it/de/sport/trekking/hoehenwege/hoehenweg_1
Tour Monte Rosa
  • Anspruch: schwierig
  • 13.100 Hm
  • 163 Km
  • 9 Tage
  • Charakter: Die Trekkingtour rund um das Monte-Rosa-Massiv in der Schweiz und in Italien zählt zu den schönsten und anspruchsvollsten Weitwanderwegen in Europa – entsprechende Ausrüstung, Ausdauer, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit im exponierten und z.T. felsigen Gelände sind notwendig. Die schwierigste Etappe führt über den vergletscherten Theodulpass (3295 m). Auf der Runde genießt man das Panorama auf die höchsten Berge der Alpen und lernt die Walserkultur kennen.
  • Route: Zermatt (1620 m) – Theodulpass (3295 m) – St. Jaques (1690 m) – Gressoney (1825 m) – Alagna (1190 m) – Macugnaga (1307 m) – Saas Fee (1809 m) – Grächen (1619 m) – Europahütte (2220 m) – Zermatt
  • Info: www.tmr-matterhorn.ch
Käserei Tchavana
  • Anspruch: einfach
  • 200 Hm
  • 6 Km
  • 3 Std.
  • Charakter: Der breite Weg Nr. 5 führt oberhalb von Ayas am alten Bewässerungskanal Ru Courtaud entlang. Über Almwiesen erreicht man den Agritourismusbetrieb La Tchavana. Der schön gelegene Biohof mit angeschlossener Käserei verkauft in einem kleinen Hofladen die eigenen Produkte. Die Käserei kann auch besichtigt werden. Kurzer Abstieg über Weg Nr. 3 in das sehenswerte kleine Walserdorf Mandriou
  • Route: Barmasc (1898 m) bei Antagnod / Mandriou – Chavannes (1926 m) – Alpe Metsan / Tchavana – Mandriou (1849 m)
  • Info: www.aziendaagricolabagnod.it/la-tchavana

Basiswissen: Am Fuß des Monte Rosa

  • Wo anklopfen? Touristinfo, Lyskamm Waeg 8, I-11025 Gressoney-Saint-Jean, Tel. 00 39/01 25/35 51 85, www.lovevda.it
  • Wo essen? La Meridiana, Rue Chemin du Soleil 15, Mandrou (bei Champoluc), I-11020 Ayas, Tel. 00 39/01 25/30 80 38, www.aziendaagricolabagnod.it. Im gemütlichen Gewölbe werden Wurst und Käse aus eigener Produktion und andere Spezialitäten serviert.
  • Wo schlafen? Rifugio Mantova (3455 m), Tel. 00 39/01 63/7 81 50, www.rifugiomantova.it, Mitte Juni bis Mitte Sept., Ausgangspunkt für die Besteigung diverser Viertausender. Capanna Margherita, www.rifugimonterosa.it, Mitte Juni bis Mitte Sept., höchstgelegene Hütte Europas (4554 m) mit 70 Lagerbetten. Rifugio Alpenzu (1779 m), Tel. 00 39/01 25/35 58 35, www.rifugioalpenzu.it, 23. Juni bis 9. Sept., zwei Zimmer mit je 6 Betten, Stadel mit vier Zimmern und eigenem Bad. Hotel Cré Forné, Loc. Crest, I-11020 Champoluc, Tel. 00 39/01 25/30 71 97, www.champoluc.it. Designhotel mit Blick ins Ayas-Tal, Spa-Bereich, hervorragendes Essen mit hausgemachten Spezialitäten
  • Mehr erfahren: Holzschuhwerkstatt, Route E. Chanoux, Antagnod, I-1102 Ayas, Tel. 00 39/3 33/2 19 49 64, www.sabotayas.com.
Astrid Därr
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