Testbericht Trekking-Sandalen

Trekkingsandalen im BERGSTEIGER Test

Sie sind bequem, eignen sich für Freizeit und fürs Wandern – und sehen sogar modisch aus. Trekkingsandalen setzen sich im Outdoor-Bereich als Fußbekleidung immer mehr durch. Wir sagen Ihnen, was Trekkingsandalen wirklich können und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
(Aus BERGSTEIGER 08/2009)
 
Im BERGSTEIGER Test 08/2009: Trekkingsandalen © Teva
Im BERGSTEIGER Test 08/2009: Trekkingsandalen
Eigentlich stammen Trekkingsandalen aus Amerika, wo man sie vor allem in den warmen Regionen gern zum Wandern verwendet. Unterdesssen haben sie sich auch in unseren Breiten als bequeme und luftige Fuß-Bekleidung im Freizeitbereich (»Freizeitsandalen«) und bei leichten Wanderungen im Sommer (»Wander­sandalen«) durchgesetzt. Die klassische Trekkingsandale besitzt eine dicke, meist rundum überstehende Sohle mit daran befestigter Beriemung, zwei bis drei Klettverstellungen und meist einem Schnallenverschluss (perfekt bei Teva) an der entscheidenden Ristverstellung.

Trekkingsandalen - Besonderheiten

Seit einigen Jahren sind spezielle Wandersandalen mit Schnürung und rippenartiger Beriemung (Meindl, Keen) auf dem Markt sowie fast geschlossene Allround-Freizeitschuhe mit seitlichem Meshfutter oder luftigerem Netz (Salomon; geht nicht in die Tipp-Bewertung ein, da keine Sandale mehr). Eine Schwäche aller Wandersandalen ist, dass kleine Steine zwar leicht hereinkommen, aber im Gegensatz zu normalen Sandalen kaum wieder herausfallen können. Zudem sind Wander­sandalen deutlich schwerer. Während klassische Trekking­sandalen vorne offen sind, sind die Modelle, die sich fürs Wandern eignen, und Allroundschuhe sowie die wandertaugliche Freizeitsandale von Columbia im Zehenbereich geschlossen und mit Gummi verstärkt. Beim Bergabgehen jedoch stoßen die Zehen an diese Zehenkappen, außer bei Modellen mit gutem Halt gegen das Vorrutschen des Fußes (Salomon, Meindl).

Material und Wasserfestigkeit

Grundsätzlich sind Trekking­sandalen wasserfest, d. h. die Riemen bestehen aus Kunstfaser (meist Nylon), und das Fußbett ist aus einer Gummimischung. Damit kann man durch Bäche waten oder am Strand im feuchten Sand wandern. Sandalen aus imprägniertem Leder sind nicht dauerhaft wasserfest (Leder zieht mit der Zeit Wasser und wird beim Trocknen porös), und Lederfußbetten werden bei Feuchtigkeit rutschig (beides bei Wandersandalen von Keen, Meindl). Beide Materialtypen besitzen als Polsterungsfutter für die Beriemung in der Regel wasserfestes Neoprenfutter. Bei Lizard ist das Futter nicht aufgenäht, also angenehm nahtfrei.

Preis und Gewicht

Zwischen 90 und 100 Euro muss man für typische hochwertige Trekkingsandalen rechnen (ca. 700 bis 750 g), es sei denn man entscheidet sich für das Modell von Northland (sensationelle 35 €). »Nur« das Doppelte kosten die beiden anderen Leicht­sandalen in unserer Übersicht (Columbia, Lizard, jeweils 620 g). Bei beiden können ebenso wie beim Leicht-Freizeitschuh von Salomon Steine durch die Sohle drücken, was bei den robusten, aber deutlich schwereren Wandersandalen nicht der Fall ist (Keen 1010 g). Profil und Fußbett Die Sohlen von Trekkingsandalen sind generell gut bis sehr gut gedämpft (außer in den Fersen bei Northland, Keen). Das Profil ist meist recht flach, wobei die sogenannten Antirutsch-Sohlen (nur 1 mm) gegen feuchten Untergrund selten wandertauglich sind, da sie zudem eine ungünstige Profilstruktur besitzen. Wandertaugliche Schuhe sollten mindestens zwei Millimeter Profiltiefe plus eine aggressivere Struktur aufweisen. Generell haben Trekkingsandalen keine Einlage (außer der durchdachte Freizeitschuh von Salomon). Dafür sind die normalerweise breiten Fußbetten (Salomon ist schmal geschnitten) meist ergonomisch geformt.

Extras

Die meisten Trekkingsandalen sind antimikrobiell behandelt. Die bisweilen nützlichen Zugschlaufen zum besseren Ein- oder Aussteigen sind oft so klein, dass sie nur zum Aufhängen an einem Karabiner taugen. Teva hat als Besonderheit einen fixen Spannbereich aus Hartkunststoff als Fußstütze und Schutz. Source lässt sich im Beutel transportieren, hat aber einen unangenehmen Geruch. Bedienung Fast alle vorgestellten Trekking-Sandalen lassen sich gut bis sehr gut verstellen und schnell an- und ausziehen. Bei Columbia sind die Verstellumfänge allerdings sehr klein, bei Source ist die gesamte Geometrie ungünstig angelegt (Zehen zu weit vorn) und bei Meindl muss man beim Einstieg die Schnürung per Hand erst lockern, dann wieder zuziehen.

Gehkomfort

Alle Modelle rollen sehr gut ab, auch die relativ harte Sohle von Keen mit weniger guter Fersendämpfung. Ansonsten lassen auch die Dämpfungen nichts zu wünschen übrig (top bei Teva, Salomon, Meindl). Bei Salomon wärmen sich allerdings die Füße trotz seitlichem Netz bei direkter Sonneneinstrahlung oder Hitze auf. Der Halt in der Sandale ist nicht zu verwechseln mit Umknick-Resistenz oder dem Halt auf dem Weg. Er bestimmt vielmehr, wie gut der Fuß umfasst wird und wie präzise man mit dem Schuh gehen kann (v. a. Seitenhalt). Hier gibt es die größten Unterschiede: Naturgemäß schneidet das schuhartige (daher bei der Tippvergabe nicht berücksichtigte) Modell von Salomon mit seiner raffinierten Schnürung am besten ab. Keen und Meindl bekommen bei den klassischen Sandalen erwartungsgemäß die besten Noten, wobei sich die Schnürung von Keen beim Gehen lockert. Nicht optimal fixieren lassen sich die Füße auch bei Columbia und Northland.

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Christian Schneeweiß
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 08/2009. Jetzt abonnieren!
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