Test: Hard Shells für den Herbst

Multi-Talente - Hardshell-Jacken Test

Wasserdicht, winddicht und warm muss Funktionskleidung sein, dabei aber auch dafür sorgen, dass man nicht zu stark überhitzt und der Schweiß nach außen abtransportiert wird. Die klassischen Drei-Lagen-Hardshells versprechen viel. Wir sagen Ihnen, was sie wirklich können.
(Aus BERGSTEIGER 10/2011)
 
Multi-Talente - Hardshells im Test © Bernd Ritschel, Andreas Strauß
Testbericht Hardshelljacken

Komfort & Funktion – darauf sollten Sie achten:

  1. Kapuze: Die Kapuze sollte möglichst gut anpassbar, abdichtbar, beweglich sowie als Witterungsschutz sturmabweisend, fürs Klettern helmtauglich sein.
  2. Material: Das Material ist oft auch ohne Verstärkungen robust genug, sollte aber in jedem Fall sehr bis extrem atmungsaktiv sein.
  3. Lüftungen: Große Lüftungen, am besten unter den Achseln, sind wesentlicher Bestandteil des Klimakomforts, kleine nur Ergänzungen.
  4. Beweglichkeit: Wer mit der Jacke klettern will, sollte beim Kauf auf geringes Verrutschen und hohe Beweglichkeit achten, in puncto Skitour oder Biken auf einen verlängerten Rücken.
  5. Verschluss: Alle Reißverschlüsse sollten einigermaßen leichtgängig, fast wasserdicht und innen abgedeckt sein.
  6. Zugbänder: Die Kordelzüge sollten leichtgängig und möglichst einhändig zu bedienen, für Extremeinsätze in die Jacke integriert sein.

So bewertete BERGSTEIGER

Konstruktion

  • Bewertet wurde das Verrutschen der Ärmel als auch das Hochrutschen der Jacke am Rumpf. Zusätzlich wurde die Beweglichkeit der Arme geprüft. Die meisten der vorgestellten Modelle verrutschen kaum, oft auf Grund fi xierter Abschlüsse an den Armenden.
  • An den Abdichtungen der Jacken gab es nichts auszusetzen, deswegen konnten hier die Punkte sehr gut bis gut vergeben werden. Allerdings ist die Bedienbarkeit der Kordelzüge nach wie vor ein Glücksspiel, die man beim Kauf unbedingt testen sollte.
  • Bei den Kapuzen ging es in erster Linie um individuelle Anpassung, ebenso wie die Beweglichkeit durch Drehen des Kopfes und die Bedienung der Züge. Weitere wichtige Eigenschaften: Witterungsschutz, Helmtauglichkeit sowie die Qualität der Kordelzüge. Die integrierten Züge an der Seite konnten generell einhändig, beidhändig, aber nie mit einem Knopfdruck geschlossen oder geöffnet werden.
  • Die Atmungsaktivität wurde während einer Bergtour bei Regen mit temperaturangepasster, stark dampfdurchlässiger Unterbekleidung geprüft. Dieser Versuch brachte ein allgemeines Ergebnis: Der Unterschied in puncto Atmungsaktivität äußerte sich weniger im Grad des Schwitzens, sondern ab wann man zu schwitzen beginnt. Modelle mit hoher Atmungsaktivität eignen sich bei Regen generell für leichte Wanderungen, Abstiege oder Klettertouren ohne ins Schwitzen zu kommen. Bei Kälte verbessert sich die Atmungsaktivität bei allen Jacken, da diese mit der Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur steigt. Sobald man schwitzt, sind effi ziente Lüftungen wichtiger als die Atmungsaktivität des Jackenlaminats.
  • Ein weiterer wichtiger Testfaktor war das Thema Ausstattung: Hier wurden sinnvolle Verstärkungen, extralange Lüftungen, abgedeckte Taschen, wettergeschützte Züge oder funktionierende Drahtschirme begutachtet.

EINSATZBEREICHE

  • Wandern (Wege bis leichtes alpines Gelände): Die Jacke muss weder besonders robust noch besonders beweglich sein. Eine hohe Atmungsaktivität erhöht den Komfort und eine gute Abdichtung sowie eine höhere Wassersäule den Schutz bei Trekkingtouren.
  • Klettern (mit Klettersteig, Alpintour): Die Jacke sollte möglichst beweglich und atmungsaktiv sein. Hier zählen Abriebfestigkeit, Verstärkungen sowie Gewicht.
  • Skitour (Piste): Das relativ robuste Hardshell benötigt keine hohe Wassersäule oder Atmungsaktivität, aber perfekte Abdichtung und möglichst einen verlängerten Rücken.
  • Hochtour (Hochgebirge/ unwirtliche Region): Das Hardshell sollte eine hohe Wassersäule mit perfekter Abdichtung kombinieren sowie relativ leicht, atmungsaktiv und beweglich sein.

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 Hier den kompletten Hardshell-Jacken Test herunterladen
Text: Christian Schneeweiß; Fotos: Bernd Ritschel (li. Seite), Andreas Strauß
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 10/2011. Jetzt abonnieren!
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