Test: Soft Shell-Jacken bei wechselhaftem Wetter

Gut gekreuzt - Hybridjacken im Test

Bei windigem oder wechselhaftem Wetter auf Bergtour kommt man in Hardshells leicht ins Schwitzen, Fleecejacken dagegen sind zu durchlässig. In solchen Fällen bieten sich Softshell-Jacken aus einer Kombination von winddichten und dampfdurchlässigen Materialien an: sogenannte Hybride.
(Aus BERGSTEIGER 03/2014)

 
Im Test: Softshell-Jacken © visualimpact.ch / Thomas Senf, Andreas Strauß
Testbericht Softshelljacken

Gegen den Wind

  • Vor dem ersten Aufsetzen einer Kapuze die Funktion der Züge begutachten, deren Effi zienz und Gängigkeit ausprobieren und die Kapuze gleich voreinstellen.
  •  Wer eine Softshelljacke nach jeder (nicht zu häufi gen) Wäsche besonders im Schulterbereich nachimprägniert, wird lange seine Freude an deren Wasserresistenz haben.
  •  Kletterer, Ferratisti und Hochtourengeher sollten darauf achten, dass die Jacke einen Zwei-Wege-RV hat, um besser sichern und den Frontbereich belüften zu können.

So bewertet der BERGSTEIGER

Konstruktionen

  • Schnitt und Passform der Hybridjacken wurden nicht bewertet, da deren Effekt von Körperbau und Unterbekleidung des Trägers abhängt.
  • Die Abdichtung der Softshelljacken gegen Wind und Nässe fi el durchwegs gut bis sehr gut aus. Jacken mit Kapuze statt Kragen schützen zwar prinzipiell besser, bekamen bei der Bewertung aber keinen Extrapunkt. Einfache Kapuzen passten sich gut bis sehr gut den Bewegungen an und dichteten gut ab.
  • Auf die Beweglichkeit wirkten sich elastische Softshells selbstverständlich positiv aus, der Stoff an Armen und Rumpf verrutschte kaum.
  • Der Wärmerückhalt von Thermohybriden mit Fleecefutter, Kunstfaser- oder Wollfüllung wurde im Wesentlichen durch deren Dicke bestimmt. Fleece wärmt zwar, kühlt aber zugleich, weil es Dampf gut ableitet. Isolationsfüllung dagegen behindert die Dampfdurchlässigkeit.
  • Je höher der membranlose Anteil der Jacke, desto höher der Kühlungseffekt. Fleecefutter oder Kunstfaserfüllung in den Jacken setzen diesen Wert herab; allerdings wurde in manchen Jacken schweißkühlendes Stretchfl eece verarbeitet. Futterlose Jacken mit effektiven Taschenlüftungen aus Netzfutter oder mit Ventilationsöffnungen kühlen am besten.
  • Wasserresistenz: Der mit einer Brause geprüfte Abperleffekt vor dem ersten Waschen war phänomenal: Bis auf absichtlich unimprägnierte Zonen, die den Dampfdurchlass erhöhen, perlte an den meisten Softshells das Wasser gut ab (am besten bei Rab, Adidas, Outdoor Research) und ließ sich fast vollständig abschütteln. Zusammen mit der zusätzlichen Schutzschicht reicht dies für Schneefall oder Nieseln, aber nicht bei Regen aus. Revolutionäre Neuerung: Die Jacken von Berghaus, Outdoor Research und Rab besitzen imprägniertes Reißverschlussfutter. Ortovox, Montane, Vaude fielen nur wegen dampfsaugender Zonen ab, La Sportiva wegen Netzrücken.
  • Windresistenz: Die Windresistenz wurde mit einem auf die membranlose Softshellfl äche gerichteten Fön plus Durchatmen mit dem Mund geprüft, und dann mit der winddichten Membran kombiniert bewertet. Hybride mit größerer stark dampfdurchlässiger Fläche sind somit tendenziell weniger windresistent, solche mit viel oder intelligent verteilter winddichter Membran dagegen besonders windresistent.

Einsatzbereiche

  • Klettern: Die Bewegungen verlangen ein dehnbares Softshell kombiniert mit hohem Dampfdurchlass bei eingeschränktem Wetterschutz. Die Ärmel verrutschen kaum, der Rücken ist verlängert geschnitten.
  • Bergtour: Hohe Dampfdurchlässigkeit (Softshell ohne Membran) kombiniert mit Wetterschutz (winddichte Membran, gute Imprägnierung) an den entsprechenden Zonen ermöglicht eine ausreichende Klimaregulierung, ergänzt durch Taschenlüftung.
  • Trekking/Gletscher: Hoher Nässe- und Windschutz sowie gute Lüftungsmöglichkeiten und Abschlüsse (idealerweise mit Kapuze und winddichtem Hüftbereich) schützen vor allen Wetterverhältnissen außer Dauerregen und Höhensturm. Hohe Abriebfestigkeit sollte zumindest im Schulterbereich gegeben sein.
  • Skitour: Winddichte Membran am Körper und Wasserresistenz sowie verstellbare Kapuze reichen für kompletten Wetterschutz aus. Fleecefutter oder Faserfüllung wärmt, ein verlängerter Rücken und minimales Verrutschen schützen die Nieren.

Die Modelle im Überblick

  1. Adidas Terrex Hybrid Soft shell J.Adidas Terrex Hybrid Soft shell J.
    Info: 0 91 32/ 84-0 www.adidas.com/outdoor Preis: 179,95 € Gewicht: 370g
  2. Arc'teryx Atom LT Hoody Jacket Men’sArc'teryx Atom LT Hoody Jacket Men’s
    Info: 0 89/3 21 97 77-0 www.arcteryx.com Preis: 200 € Gewicht: 400 g
  3. Berghaus Cadence SS JacketBerghaus Cadence SS Jacket
    Info: 08 00/10 08 76-5 www.berghaus.com Preis: 140 € Gewicht: 360g
  4. La Sportiva Synopsis J. ManLa Sportiva Synopsis J. Man
    Info: 00 39/(0)4 62/57 18 00 www.lasportiva.com Preis: 179.95 € Gewicht: 450g
  5. Mammut Manaslu Jacket MMammut Manaslu Jacket M
    Info: 0 83 31/83 92-0 www.mammut.ch Preis: 180 € Gewicht: 520g
  6. Marmot Prodigy JacketMarmot Prodigy Jacket
    Info: 0 91 53/9 20 59-0 www.marmot.eu Preis: 200€ Gewicht: 630g
  7. Montane Alpha Guide JacketMontane Alpha Guide Jacket
    Info: 0 88 56/8 68 53 18 www.montane.co.uk Preis: 180 € Gewicht: 525g
  8. Mountain Equipment Ultratherm Jacket MMountain Equipment Ultratherm Jacket M
    Info: 0 81 79/99 78-30 www.mountain-equipment.de Preis: 139,90 € Gewicht: 295g
  9. Ortovox Hybrid Jacket M Ortovox Hybrid Jacket M (Swiss Wool)
    Info: 0 89/6 66 74-0 www.ortovox.com Preis: 179,95 € Gewicht: 570g
  10. Outdoor Research Enchainment J. Men’sOutdoor Research Enchainment J. Men’s
    Info: 00 41/52/20 81 07-0 www.outdoorresearch.com Preis: 195 € Gewicht: 590g
  11. Rab Fusion JacketRab Fusion Jacket
    Info: 0 89/8 99 60 30 www.rab.uk.com Preis: 239,95 € Gewicht: 520g
  12. Vaude Larice JacketVaude Larice Jacket
    Info: 0 75 42/53 06-0 www.vaude.com Preis: 170 € Gewicht: 600g

Den vollständigen Testbericht können Sie in der BERGSTEIGER Ausgabe 03/2014 nachlesen
Text: Christian Schneeweiß; Fotos: visualimpact.ch / Thomas Senf, Andreas Strauß
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