BERGSTEIGER Testbericht: Kunstfaser-Schlafsäcke

12 Kunstfaser-Schlafsäcke im Test

Die Zeiten, als Daune das Maß aller Dinge war, sind auch bei Schlafsäcken längst vorbei. Insbesondere wenn es feucht wird und nicht ganz grimmig kalt, sind die Alternativen aus Kunstfaser eindeutig die bessere Wahl. Wir haben 12 Kunstfaser-Schlafsäcke getestet.
Von Christian Schneeweiß
(Aus BERGSTEIGER 04/2015)
 
Im BERGSTEIGER Test 04/2015: Kunstfaser-Schlafsäcke © visualimpact.ch / Thomas Ulrich
Im BERGSTEIGER Test 04/2015: Kunstfaser-Schlafsäcke
Wer schon mal eine Trekkingtour im feucht-kühlen Norwegen unternommen hat, weiß, dass es im Daunenschlafsack von Nacht zu Nacht ungemütlicher wird. Das hat seinen Grund: Fehlt die Gelegenheit, den Schlafsack länger im Trockenen auszulüften, feuchtelt er, wird schwer und verliert an Isolation. Schlafsäcke mit Isolierfaser- Füllung sind da klar im Vorteil: Sie nehmen kaum Feuchtigkeit auf und wärmen, selbst wenn sie feucht sind. Zudem trocknen sie wesentlich schneller als Daunen, sind pflegeleichter, robuster und deutlich günstiger. Somit eignen sie sich ideal für Trekkingtouren oder Übernachtungen auf Campingplätzen. Ihr Manko: Das Verhältnis von Wärmung zu Gewicht und Packmaß ist bei Isolierfaserfüllung deutlich geringer als bei hochwertiger Daune. Fürs Bergsteigen oder kältere Gefilde hat diese somit nach wie vor Vorteile.

Welcher Schlafsack wofür?

Größen und Einsatzbereiche: Außer auf Touren, bei denen es feucht wird oder bei denen Packmaß und Gewicht weniger wichtig sind, eignen sich Isolierfaserschlafsäcke im Temperaturbereich um null Grad auch fürs Übernachten am Campingplatz. Einige Packsäcke (v. a. Vaude; Exped außen verstaubar) passen nur in sehr voluminöse Trekkingrucksäcke oder sind zu lang, um sie quer in Berg- oder Hochtourenrucksäcken zu verstauen (über 32 bzw. 35 cm, v. a. Therm-a Rest). Neue hochwertige Isolationsfaser-Schlafsäcke (Rab 7,6 L, Mammut) oder Hybride (Mountain Equipment 7,9 L, Salewa) bestechen durch ein Volumen unter zehn Litern und ein Gewicht unter 1500 Gramm in Größe L (in Normalgröße zehn Prozent leichter, Preise 10–20 € günstiger). Sie sind voll bergtauglich.

Obwohl der reguläre Schlafsack für Personen bis 185 Zentimeter ausgelegt ist, misst er außen mindestens zwei Meter (bei Übergröße L/XL bis 195/200 cm bzw. mindestens 215 cm). Das Zelt muss also entsprechend lang sein. Das Innenfutter sollte aus dampfdurchlässigem, schnell trocknendem und hautfreundlichem Polyester bestehen (Haglöfs, Fjällräven richtig kuschelig). Die Schlafsäcke dieser Übersicht befinden sich an der Grenze zwischen 3-Saison- Modellen (geeignet für Übergangszeiten im Gebirge und mildere Winternächte im Tal mit unterer Temperaturgrenze unter null Grad) und 2-Saison-Modellen (geeignet für Bergübernachtung im Sommer und Tal-Camping in den Übergangszeiten mit Temperaturbereich über dem Gefrierpunkt). Fast alle Schlafsäcke gibt es auch in wärmeren oder kühleren Varianten.

Diese Schlafsäcke mit Kunstfaserfüllung haben wir getestet:

DEUTER Exosphere -4
EXPED Comfort Syn 233
FJÄLLRÄVEN Skule Two Seasons
HAGLÖFS Tarius +1
MAMMUT Alpine Ultralight 3-Season
MILLET Dreamer Composite 1300
MOUNTAIN EQUIPMENT Matrix II
RAB Ignition 2
SALEWA Fusion -2 Hybrid
THE NORTH FACE Cat’s Meow
THERM-A-REST Saros
VAUDE Sioux 800 Syn

Kunstfaserschlafsäcke im Test: Resümee

Pflegeleichte und robuste Schlafsäcke mit Isolierfaser-Vlies nehmen kaum Feuchtigkeit auf, wärmen selbst in feuchtem Zustand weiterhin gut und trocknen wesentlich schneller als Daunen. Allerdings sind sie im Verhältnis zur Wärmung schwerer und größer. Bei Modellen für den Temperaturbereich über null Grad fallen diese Nachteile weniger ins Gewicht. Optimal eignen sich Isolierfaser-Schlafsäcke daher für den Sommer und die Übergangszeit. Preislich sind Isolierfasern ohnehin günstiger, zudem wärmen sie gleichmäßiger als dünne Daunen. Um die Vorteile beider Schlafsacktypen zu verbinden, gibt es seit neuestem Hybride mit einer Isolierfaser-/Daunenmischung, starker Wasserabweisung und hoher Dampfdurchlässigkeit. Eine andere Möglichkeit ist eine Kombination aus robuster Isolationsfaser für den stark belasteten Bodenteil und fl uffi ger Daune für das Oberteil.
Christian Schneeweiß
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 04/2015. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren