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02.07.2014

Zelten und Biwakieren im Gebirge

Rechtliche Rahmenbedingungen für das Übernachten in den Österreichischen Alpen.
 
 


Wer in den Bergen Zelten oder Biwakieren will, den erwarten in Österreich gravierende rechtliche Unterschiede je nach Bundesland. Vom tolerierten Aufenthalt bis zur saftigen Geldstrafe ist alles möglich. Der Österreichische Alpenverein (OeAV) hat die gesetzlichen Regelungen der Bundesländer zusammengefasst.

Zelten im Wald oder alpinem Ödland

Im Wald ist das Zelten österreichweit per Gesetz verboten, außer es liegt eine ausdrückliche Zustimmung des Grundeigentümers vor. Oberhalb der Baumgrenze ist das Zelten je nach Bundesland sehr unterscheidlich geregelt. In jedem Fall ist die Zustimmung des Grundeigentümers ratsam.

Überall erlaubt ist im alpinen Ödland das "alpine Biwakieren", also das ungeplante Notbiwak, falls ein Bergsteiger aufgrund Schlechtwettereinbruchs, Verletzung oder Dunkelheit nicht mehr weiter kann. Bei vorsätzlichem Biwakieren drohen Geldstrafen von bis zu 14.500 Euro.

Besonders restriktiv im Hinblick auf unerlaubtes Übernachten am Berg sind die Bundesländer Kärnten, Niederösterreich und Tirol. Weniger streng wird dies dagegen im Burgenland, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Vorarlberg geahndet.

„Der Grund, warum in Österreich eher restriktive Regelungen für das Campen gelten, liegt auf der Hand – schließlich drängen sich auf engem Raum die unterschiedlichsten Nutzungsinteressen. Aus unserer Sicht sind daher Lenkungsmaßnahmen, die das Zelten im Gebirge betreffen, positiv zu beurteilen. In manchen Alpinregionen sind pro Tag Hunderte Bergsportler unterwegs. Ihnen steht ein extrem dichtes Netz an Schutzhütten zur Verfügung, das zwar den Alpinen Vereinen einen enormen finanziellen und ehrenamtlichen Einsatz abverlangt, von den Gästen aber zu geringen Kosten genutzt werden kann. Eine ‚Camping-Meile‘ entlang markierter Wege und Steige im Hochgebirge wäre unserer Bergwelt sicher nicht zuträglich. Schließlich sollte auch die Müll- oder Feuerproblematik beim Wildcampen nicht unerwähnt bleiben“, begründet Alpenvereinspräsident und Rechtsanwalt Dr. Andreas Ermacora die teils restriktiven Einschränkungen.

Weitere Informationen zum Thema „Wegefreiheit“ im Bereich „Bergsport & Umwelt“ auf www.alpenverein.at/portal/natur-umwelt/.

Direktdownload des Dokuments „Zelten und Biwakieren in Österreichs Bergen – eine Übersicht rechtlicher Rahmenbedingungen“: www.alpenverein.at/portal_wAssets/docs/natur-umwelt/Zelten-und-Biwakieren-in-Oesterreichs-Bergen.pdf.