Ratgeber: Als Anfänger mit dem Klettern starten | BERGSTEIGER Magazin
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Ratgeber: Als Anfänger mit dem Klettern starten

Egal, mit welcher Sportart begonnen wird – es gibt vieles zu lernen, anzuschaffen und zu sehen. Es gibt kaum eine Sportart, die keine spezielle Ausrüstung benötigt. Wie ein Kletter-Anfänger den richtigen Einstieg findet, lesen Sie hier.
Bis hierhin ist es ein langer aber lohnender Weg. © Unsplash pixabay.com (CC0 1.0)
Bis hierhin ist es ein langer aber lohnender Weg.
Zum Klettern zu kommen, ist zunächst nicht schwer – es ist eine faszinierende Beschäftigung und der Gedanke, irgendwann steile Felswände mit dem Körper alleine bezwingen zu können, ist sehr motivierend. Der Sport am Berg ist ein beliebtes und weit verbreitetes Hobby, so dass beinahe jeder mindestens eine Person im Bekanntenkreis hat, die klettert. In diesem Fall also einfach mal von dem geplanten Einstieg erzählen, vielleicht findet sich so direkt ein Trainingspartner. Ansonsten gibt es in vielen Städten Kletterhallen, in denen die Sportart zunächst ausprobiert werden kann. Unter diesem Link gibt es ein Verzeichnis über verschiedene Kletterhallen.

Dort gibt es oftmals Einsteigerkurse, die die grundlegenden Techniken erklären und die wichtigsten Sicherheitsaspekte aufzeigen. Spätestens hier lernt man zukünftige Kletterpartner kennen, denn beim Klettern handelt sich um eine Sportart, die zusammen ausgeführt wird und bei der man nicht lange alleine bleibt.

Wichtig ist, im fordernden, aber nicht überfordernden Bereich zu klettern. Das Hobby soll Spaß machen und Überforderung führt auf Dauer dazu, dass die Motivation verschwindet und der Frustration weicht. Daher gilt: da anknüpfen, wo die Fähigkeiten liegen und langsam steigern. 

Die Kletter-Ausrüstung

Die grundlegende Ausrüstung kann zunächst in der Kletterhalle geliehen werden, so ist der Einstieg einfach zu meistern. Ist der Anfängerkurs absolviert und es steht fest, dass das Hobby weiter vertieft werden soll, ist es Zeit für die Erstausrüstung. Klettern ist ein ausrüstungsintensiver Sport – Klettergurt, Seile, Sicherungsgerät, Kletterschuhe, Magnesiumball und auch Helm müssen dabei sein. 

Zu Beginn ist es dennoch sinnvoll, nicht zu tief in die Tasche zu greifen. Oftmals muss die Ausrüstung nach weiterer Vertiefung noch angepasst und erweitert werden, so dass es dann ärgerlich wäre, mit teurer, womöglich ungeeigneter Ausrüstung zu starten. Auf campz.de gibt es beispielsweise Informationen, wie der richtige Klettergurt beschaffen sein sollte und was es beim Kauf zu beachten gilt. Auch die Schuhe sollten nicht zu teuer gekauft werden – gerade bei Anfängern, die oft an der Wand entlangschleifen, nutzen die ersten Schuhe schnell ab, so dass oftmals gar kein Unterschied zwischen günstigen und teureren Modellen spürbar wäre. Ansonsten ist es wichtig, die Kletterschuhe wirklich passend zu kaufen. Zu große Schuhe sorgen für zu viel Bewegungsspielraum am Fuß, was zu einem unsicheren Stand führt, die Sohle sollte außerdem möglichst dünn sein, so dass die Wand gut zu fühlen ist. 

Bei jedem Produkt sollte natürlich darauf geachtet werden, dass es perfekt passt und sitzt, außerdem lohnt es sich, Erfahrungswerte einzuholen. In einem kompetenten Sportgeschäft gibt es oftmals Wände oder Böden mit unterschiedlicher Beschaffenheit, so dass auch die Schuhe besonders unter die Lupe genommen werden können. Weitere Infos und Testberichte zur richtigen Ausrüstung gibt es hier.

Klettern in der Natur oder der Halle?

Beim Klettern liegen die grundsätzlichen Unterschiede darin, wo geklettert wird. Dem muss sich auch die Ausrüstung anpassen. Das Bild vom Bergbezwinger kommt natürlich erst an der echten Felswand auf, in der Kletterhalle hingegen kann die grundlegende Technik zuverlässig unter gleichbleibenden Bedingungen geübt werden. Wichtig ist: nie alleine klettern, weder in der Halle, noch draußen! Besonders draußen – egal, wie hoch oder wie niedrig die Wand ist, bei einem Sturz kann der Kopf ungünstig aufkommen oder gegen den Fels prallen, und auch sonst können allerlei unvorhergesehene Situationen aufkommen, die gefährlich werden können. Daher muss immer jemand vor Ort sein, der sowohl sichern als auch im Notfall erste Hilfe leisten und den Notdienst rufen kann. 

Ansonsten ist das Klettern in der Natur natürlich ein tolles neues Erlebnis, vor allem wenn es keine gefertigte Wand mit Griffen, sondern eine echte Felswand ist, an der geklettert wird. Über den Umstieg von der Halle an den Fels und was es dabei zu beachten gibt, informiert dieser Artikel. 

Sicherheit und Sicherung

Es sollte nie alleine geklettert werden – so viel ist inzwischen klar. Deswegen muss ein passender, vertrauenswürdiger Kletterpartner gefunden werden. Um diesem ebenfalls Sicherung geben zu können, sollte definitiv jeder Kletterer den Toprope-Schein und zusätzlich noch den Vorstieg-Schein machen, um die Unternehmung so sicher wie möglich zu gestalten. Sicherheit kann nur durch umfassende Information erreicht werden: In den meisten Kletterhallen darf daher meistens nur noch mit dem Toprope-Schein selbst gesichert werden. Der Alpenverein sagt dazu: „Die Kletterscheine sind eine Aktion mit freiwilliger Teilnahme ohne rechtliche Konsequenzen, vergleichbar mit Sport-Leistungsabzeichen anderer Verbände (z.B. Deutsches Sportabzeichen, Schwimmabzeichen). Sie sollen keinesfalls als "Führerschein" oder Legitimation gesehen werden. Auch der Anspruch, dass damit unfallfreies Klettern garantiert ist, darf nicht gestellt werden.“ Das ist logisch und leuchtet sicherlich jedem ein, aber ebenso logisch ist, dass Sicherheit beim Klettern nur mit der richtigen Sicherung erreicht werden kann. Das Thema sollte deshalb ganz besonders ernst genommen werden und immer im Vordergrund stehen.

Beliebte Ziele und Routen

Ziel Nummer eins für deutsche Kletterer sind sicherlich die Alpen. Die tourismuserprobte, bergreiche und bergsteigeraffine Region hat verschiedene Klettergebiete im Angebot sowie kompetente Führer, die gerade Anfängern ein angenehmes und sicheres Erlebnis bereiten können. Unter diesen Bedingungen kann sich jeder seinen mitgebrachten Fähigkeiten entsprechend steigern. Ebenfalls gibt es spezielle Camps, die Einsteiger näher ans Felsklettern bringt. Ansonsten gibt es auch viele weitere Klettergebiete in Deutschland, die eine Reise wert sind. 

Wichtig ist es, sich stetig weiterzuentwickeln, den Mut nicht zu verlieren und mit Spaß bei der Sache zu bleiben. Dann bietet das Hobby Klettern stetig neue Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten und bald geht es für jeden Anfänger schon hoch hinaus.
 
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