Mehr Sicherheit in den Bergen - Hinweise zu Ausrüstung und Verhalten | BERGSTEIGER Magazin
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Mehr Sicherheit in den Bergen - Hinweise zu Ausrüstung und Verhalten

Die Berge sind ein attraktives Ziel für diverse Freizeitaktivitäten. Die natürliche Umgebung eignet sich ideal, um beim Wandern oder Klettern den stressigen Alltag hinter sich zu lassen und beim Aktivsein abzuschalten. Was jedoch keinesfalls vernachlässigt werden darf, ist die Sicherheit. Denn trotz der Schönheit der Berglandschaften lauern dort zahlreiche Gefahren. Was hinsichtlich Ausrüstung und Verhalten zu beachten ist, wird in diesem Ratgeber verdeutlicht.
Die Berge sollten nicht unterschätzt werden. © pixabay.com/AE_Grafik
Die Berge sollten nicht unterschätzt werden.

Tipps zur Ausrüstung

Die Ausrüstung hat bereits großen Einfluss auf die Sicherheit. Beim Wandern sollten beispielsweise die Wanderschuhe bestmöglichen Halt bieten und rutschfest sein. Ein gutes Profil ist dabei ebenso wichtig, wie die Wahl der richtigen Größe. Wird das Schuhwerk zu groß oder klein gekauft, hat das markanten Einfluss auf die Sicherheit. Sind die Schuhe zu eng, kann dies nach wenigen Kilometern zu Scherzen führen, welche nicht nur das sichere Gehen beeinträchtigen, sondern gleichzeitig ablenken. Sitzen die Schuhe zu locker, ist das nicht weniger ungünstig, weil stolpern vorprogrammiert ist. Nur wenn die Größe optimal ausgewählt wird, ist Trittsicherheit gewährleistet. Die folgende Tabelle fasst einige der wichtigsten Kaufkriterien bei Wanderschuhen zusammen:
 
Kriterium Tipps
Typ Das Spektrum von Wanderschuhen reicht vom Multifunktionsschuh über Trekkingstiefel bis hin zu Alpinstiefeln. Welches Modell ideal ist, hängt vom persönlichen Aktivitätsniveau und den Zielen ab.
Gewicht Gewicht    Ist das Gewicht zu hoch, werden die Füße schnell schwer. Daher sollten Wanderschuhe möglichst leicht sein, ohne dass auf Stabilität verzichtet werden muss.
Halt Hochwertige Modelle reichen bis über den Knöchel und geben damit einwandfrei Halt.
Komfort Ein gutes Abrollverhalten, ausreichend Platz für den Fuß und atmungsaktive Materialien sollten selbstverständlich sein.

Kommen ergänzend Wanderstöcke zum Einsatz ist ebenfalls Sorgfalt beim Kauf geboten. Um sich darauf verlassen zu können, dass die Trekkingstöcke beim Wandern zuverlässig Halt geben, sollten ausschließlich hochwertige Varianten verwendet werden. Billigware birgt ein Risiko, weil die Materialien oft schlecht verarbeitet sind und den hohen Strapazen in den Bergen nicht lange standzahlten. Je nach Einsatzort können minderwertige Wanderstöcke lebensgefährliche Situationen auslösen, wie es beispielsweise an steilen Hängen der Fall ist. Gibt das Material unerwartet nach und bricht beispielsweise ab, können die Folgen fatal sein. Es sollte daher nie am Equipment gespart werden, da es schließlich um die eigene Sicherheit geht. Verstellbare Teleskop-Modelle erlauben das Zubehör perfekt auf die individuelle Körpergröße anzupassen, um den Bewegungsapparat zu schonen.

Beim Klettern ist die richtige Ausrüstung fast noch wichtiger, da die Unfallrisiken größer sind. Neben Klettersteigset und Hüftgurt ist der Helm das wichtigste Sicherheitszubehör. Es schützt den Kopf nicht nur beim Aufprall nach einem Sturz von der Felswand, sondern auch vor Steinschlägen. Schließlich besteht in den natürlichen Kletterwänden immer das Risiko, dass sich oberhalb des Kletterers Steine lösen und direkt auf dem Kopf aufprallen. Wie bei jedem Sicherheitselement müssen auch beim Helmkauf einige Details beachtet werden, um unterwegs von einem zuverlässig schützenden Accessoire zu profitieren. In erster Linie sollte auf die entsprechende Normung Wert gelegt werden. Bei Kletterhelmen ist die UIAA 106 Norm wichtig, da sie im Vergleich zur gängigen EN 12492 noch strengere Sicherheitsrichtlinien vorschreibt. Im Handel gibt es verschiedene Modelle, welche beide Normen aufweisen. Diese sind empfehlenswert.

Wird für den Ausflug in die Berge ein Rucksack mitgeführt, müssen ebenfalls sicherheitsrelevante Faktoren in die Produktauswahl einbezogen werden. Entscheidend ist, dass Rucksäcke durch Brust- und Hüftgurte eng am Körper fixiert sind. Gerade beim Klettern, aber auch während anspruchsvollen Wanderungen durch das Gebirge ist eine zuverlässige Fixierung des Gepäcks wichtig, da man bei zu locker sitzenden Rucksäcken je nach Hanglage schnell das Gleichgewicht verlieren kann und stürzt. Das Verbraucherportal rucksack.net hat das unübersichtliche Rucksackangebot zahlreicher Marken sinnvoll strukturiert. In den Kategorien für Trekking- und Wanderrucksäcke werden Modelle mit optimaler Gewichtsverteilung und zuverlässigen Befestigungen präsentiert.

Der österreichische Ratgeber TV hat ein informatives Video auf YouTube veröffentlicht, das weitere Tipps zum Klettern veranschaulicht:

Richtig verhalten

Mit dem richtigen Verhalten lassen sich Unfälle vermeiden. Werden wesentliche Ratschläge befolgt, kann ein Großteil der potenziellen Risiken auf ein Minimum reduziert werden. Die folgende Liste fasst einige der wichtigsten Punkte zusammen:
  • Wetter: Da schnelle Wetterumschwünge in Bergregionen typisch sind, sollten Wanderer und Kletterer die Vorhersagen stets sorgfältig prüfen. Wer das online macht, ist gut beraten mehrere Seiten zurate zu ziehen, da die Angaben oft abweichen. Bei angekündigtem Gewitter sollte man zuhause bleiben.
  • Routenplanung: Wer in den Bergen die Orientierung verliert, kann schnell in sehr unangenehme Situationen geraten. Beispielsweise wenn die Dunkelheit heranbricht oder nach stundenlangem Umherirren mit Kreislaufbeschwerden gekämpft wird und weit und breit keine Hilfe in Sicht ist. Um solchen Schwierigkeiten vorzubeugen, ist eine detaillierte Tourenplanung unverzichtbar. Besonders unerfahrene Wanderer und Kletterer sollten sich umfassend mit möglichen Routen auseinandersetzen und sich mit Kartenmaterial ausstatten. Smartphones erlauben es dank GPS und praktischen Applikationen stets darüber informiert zu bleiben, wo man sich gerade aufhält. Mit einigen Apps können Touren exakt geplant werden, sodass Verlaufen oder negative Überraschungen vermieden werden.
  • Gruppen: Grundsätzlich ist es ratsam mindestens zu zweit in die Berge zu gehen. Das gibt zusätzlich Sicherheit und macht zudem mehr Spaß. Beim Wandern oder Klettern in der Gruppe ist Rücksichtnahme entscheidend. Das Tempo sollte an die langsamste beziehungsweise diejenige Person mit der geringsten Ausdauer angeglichen werden, um niemanden zu überfordern.
  • Pausen: Viele Unfälle passieren aufgrund von Unachtsamkeit. Um während einer Tour konzentriert zu bleiben, muss der Ausflug immer dem eigenen Fitnesslevel entsprechend geplant werden. Selbstüberschätzung führt schnell zu Übermüdung und damit zum erhöhten Unfallrisiko. Zudem müssen regelmäßig Pausen eingelegt werden. Ausreichend Wasser und Proviant sind das A & O, um den Körper gut zu versorgen.

Empfehlung für den Winter

Schnee und Eis bringen in den Bergen zusätzliche Gefahren mit sich. Corinna weist in ihrem Outdoorblog www.outdoormaedchen.de auf einen wichtigen Ratschlag hin: „Informiere Dich im Winter unbedingt über die Lawinenwarnstufe in dem Gebiet, in dem Du unterwegs bist und halte Dich an die damit einhergehenden Sicherheitsbestimmungen.“

Für den Notfall

Verletzungen lassen sich unterwegs nie gänzlich vermeiden. Um sich im Ernstfall zumindest provisorisch selbst versorgen zu können, sollte bei jeder Wander- und Klettertour ein Erste-Hilfe-Set mitgeführt werden. Neben Desinfektionsmitteln, Pflastern und Verbandsmaterial gehören Schmerzmittel und Rettungsdecke zu den wichtigsten Utensilien.

Auch in den Bergen gilt: Im Notfall die Rufnummer 112 wählen, um Hilfe zu rufen. Diese Notfall-Nummer ist in ganz Europa gültig. Soll direkt die Bergrettung alarmiert werden, muss je nach Land jedoch eine andere Nummer angerufen werden. Während es in Bayern zum Beispiel ebenfalls die 112 ist, sind in Österreich oder der Schweiz andere Nummern gültig. Eine Übersicht hierzu hat der Deutsche Alpenverein DAV unter www.alpenverein.de/dav-services/alpine-auskunft arrangiert.

Noch mehr Tipps rund um die Themen Wandern und Klettern haben wir in den jeweiligen Kategorien erläutert.
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