Dauerregen bestimmt Mountain Festival | BERGSTEIGER Magazin

Dauerregen bestimmt Mountain Festival

Besucher hadern mit nasskaltem Wetter und teils unflexibler Organisation – The North Face spricht von »durchschlagendem Erfolg«
 
© The North Face Mountain Festival
Dauerregen und kühle Temperaturen haben die Besucher des ersten Mountain Festival von The North Face (TNF) auf eine harte Probe gestellt. Mehr als 600 Menschen hatten im Vorfeld ihre Teilnahme auf der Facebook-Seite des Veranstalters angekündigt. Rund 500 Bergsportler aus 21 Nationen ließen sich schließlich nicht vom Wetter abschrecken und besuchten die Veranstaltung am dritten September-Wochenende in Lauterbrunnen (Schweiz). Während TNF-Vize-Marketingchef Jeremy De Maillard von »einem durchschlagenden Erfolg« spricht, dürfte mancher Teilnehmer nicht nur wegen des Wetters mit gemischten Gefühlen nach Hause gereist sein.
 
»Die Liebe zur Natur und der Wunsch, neue Dinge zu entdecken und Erlebnisse mit gleichgesinnten Abenteurern zu teilen, haben es zu einem einmaligen Event für alle Beteiligten gemacht«, sagt De Maillard auf Nachfrage des Bergsteiger. Ziel des Festivals sei gewesen, Outdoor-Fans die Möglichkeit zu geben, sich ein Wochenende lang in der Natur zu bewegen, Neues zu erleben und auszuprobieren. Entsprechend reichten die Angebote von klassischem Wandern über Trailrunning und Klettern bis zu Hochtouren in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden – ergänzt durch Gratis-Schuhtests, Workshops in Fotografie und Expeditionsküche sowie optional buchbaren Aktivitäten wie Rafting, Canyoning oder Paragliding. Letzteres strichen die Veranstalter aufgrund von Dauerregens samstags wie sonntags von der Tagesordnung, eine Klettereinheit verlegten sie in ein nahe Kletterhalle. Alle anderen Aktivitäten hingegen zog das Team aus TNF-Athleten, TNF-Mitarbeitern sowie Schweizer Berg- und Bergwanderführern durch.

Weil ein Umbuchen einzelner Einheiten vor Ort nicht möglich war, blieben jedoch immer wieder Plätze frei – insbesondere ab Samstagmittag, als sich die Regenschauer verdichteten und die Campingwiese nach und nach in ein Woodstock-Gelände verwandelten. Durch das »Magic Waterfall Valley« zum Beispiel wollten am Samstagnachmittag nur noch 25 Wanderer waten. Vorab angemeldet hatten sich 81. Die Ungezwungenheit eines Mountain Festivals hätte der Organisation gut zu Gesicht gestanden und sicher noch den ein oder anderen Besucher mit dem Wetter versöhnt.

The North Face plant Fortsetzung in 2017

Eine Fortsetzung des Festivals in 2017 befindet sich laut TNF bereits in Planung. Zeitraum und Ort stehen aber noch nicht fest. Bei der Programmgestaltung könnte der Werbeslogan des Unternehmens indes etwas mehr Beachtung erfahren. »Never stop exploring« verkörperten bei der ersten Auflage des Mountain Festivals in erster Linie prominente TNF-Athleten wie Simone Moro, Tamara Lunger oder Hansjörg Auer. Sie nahmen an zahlreichen Aktivitäten teil, gaben Workshops und berichteten in Abendveranstaltungen anschaulich von vergangenen Expeditionen und ausstehenden Projekten.

Dass jedoch mehrere Bergtouren unterschiedlicher Disziplinen in weiten Teilen den gleichen Streckenverlauf nahmen, war den Aussagen einiger Teilnehmer nach etwas zu wenig »Exploring«.
 
Christian Geist
Fotos: 
The North Face Mountain Festival
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