Von Hütte zu Hütte im Göschenertal - 3. Etappe

Wanderung zur Göscheneralp

Der Übergang zwischen Chelenalp- und Dammahütte stellt die dritte Etappe der Hüttentour im Schweizer Göschenertal dar und wird, obwohl ebenfalls ausreichend markiert, seltener begangen. Wer das Bisherige tadellos gemeistert hat, braucht aber auch vor der kniffligen Traverse des Moosstocks nicht zurückschrecken und wird fantastische Eindrücke sammeln.
 
Immer wieder ein Blickfang: das Sustenhorn © Mark Zahel
Immer wieder ein Blickfang: das Sustenhorn
Zwischen Chelenalptal und Dammahütte alpine Route (blau-weiß, T4) durch steile, bewachsene Plattenzonen und teils abschüssige Block- und Schutthänge, einige Passagen gesichert. Problematisch kann das Kreuzen des Rötifirn-Abflusses werden, falls weiterhin ohne Brücke. Beginn der Etappe und Abschluss ab Dammahütte verlaufen auf gewöhnlichen Bergwegen. Insgesamt nur für Bergerfahrene.

Tag 3 der Göschener Hüttenrunde

Wanderkarte Etappe 3 Hüttentour Schweiz
Karte © Christian Rolle, Holzkirchen
Chelenalphütte – Dammahütte: Von der Chelenalphütte anfangs auf dem üblichen, gut ausgebauten Hüttenweg abwärts in die Sohle des Hochtals und dort flach hinaus Richtung Hinter Röti (1925 m). Unmittelbar dahinter Hinweis auf die Dammahütte. Die blau-weiße Markierung leitet zur soliden Brücke über die Chelenreuss und durch verwachsenes Terrain zum Abfluss des Rötifirns. Die beste Möglichkeit zur Überquerung bietet sich wahrscheinlich nahe der Mündung in die Chelenreuss (keine Garantie!). Weiter oben liegen die Blöcke jedenfalls oft zu weit auseinander, zumal die Gischt sehr reißend sein kann. Falls die Traverse gelungen ist, spürt man durch Erlengebüsch wieder die Markierung auf und folgt ihr in die steileren Plattenzonen hinauf. Diese sind ebenfalls bewachsen und können auf ihren Absätzen gut durchstiegen werden. Nach kurzer Linkstraverse nochmals steil gegen den Moosstock empor, bevor auf ca. 2400 m die lange Querung durch abschüssige Schutthänge ansetzt. Dank der passablen Pfadspur ist diese zunächst nicht schwierig. Später wird es jedoch kniffliger, wenn man an einem Plattenriegel entlang nochmals 100 Höhenmeter verliert, rechts um eine Kante biegt und neben einem Couloir steil aufwärts kraxelt (teilweise Sicherungen). Zu einer markanten Verflachung und kurz darauf zur kleinen Dammahütte (2439 m).

Abstieg zur Göscheneralp: Der gut ausgebaute Hüttenweg führt zuerst südwärts, dann mehr nach Osten hinunter zur Dammareuss, die bei P. 1967 überschritten wird. Anschließend quert man auf längerem Stück den Nordhang über dem Göscheneralpsee, wobei sich anfangs eine Gegensteigung von etwa 70 Hm und später noch einige minimale dazwischenschalten. Bei P. 1927 (Älpergen) zweigt derweil der Übergang zur Albert-Heim-Hütte ab. Zum Staudamm hinab, auf seine gegenüberliegende Seite und zum Hotel Dammagletscher (Postautohaltestelle)

Der Übergang zur Göscheneralp auf einen Blick

Talort: Göschenen (1106 m), im Urner Reusstal
Ausgangspunkt: Chelenalphütte (2350 m)
Endpunkt: Hotel Dammagletscher (1783 m) auf der Göscheneralp
Öffentliche Verkehrsmittel: Postauto ab Bahnhof Göschenen bis zur Endstation auf der Göscheneralp
Gehzeiten: Chelenalphütte – Dammahütte 3½ Std. – Göscheneralp 2 Std.
Höheunterschied: 750 Hm Aufstieg, 1320 Hm Abstieg  
Beste Jahreszeit: Juli bis September
Karte/Führer: Swisstopo, 1:50 000, Blatt 255 T »Sustenpass« bzw. 1:25 000, Blatt 1231 »Urseren«; Mark Zahel »Hüttentreks Schweiz«, Bruckmann Verlag, 2011
Fremdenverkehrsamt: CH-6487 Göschenen, Tel. 00 41/79/8 10 20 20
Hütten: Chelenalphütte (2350 m), Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. 00 41/41/8 85 19 30; Dammahütte (2439 m), Anfang Juli bis Ende September, Tel. 00 41/41/8 85 17 81

Hüttentour in der Schweiz
Die 1. Etappe: Salbit-Höhenweg
Die 2. Etappe: Von der Voralphütte zu Chelenalphütte
Mark Zahel
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 04/2013. Jetzt abonnieren!
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