Von Hütte zu Hütte im Göschenertal - 2. Etappe

Von der Voralphütte zur Chelenalphütte

Die beiden Halbetappen des zweiten Tages der Hüttenwanderung im Schweizer Göschenertal schneiden die Hänge des Hoch Horefellistock und Bergseeschijen. Granitene Traumlandschaften, wohin das Auge schaut! Das Blockwerk gehört allenthalben dazu und gestaltet die Höhenwege rau, aber auch herzhaft urtümlich.
 
Verfügt über alles, was ein idyllisches Tal zu haben hat: das Trogtal mit der Chelenreuss © Mark Zahel
Verfügt über alles, was ein idyllisches Tal zu haben hat: das Trogtal mit der Chelenreuss
Blau-weiß bezeichnete alpine Routen entlang blockreicher Flanken und Geländeterrassen, die bei mangelnder Trittsicherheit wesentlich längere Gehzeiten verursachen können. Gesicherte Steilpassagen an der Bergseelücke (Schlüsselstelle, T4) sowie kurz vor der Chelenalphütte. Die anstrengende Etappe kann wiederum aufgeteilt werden.

Die 2. Etappe der Hüttentour im Göschenertal

Wanderkarte Etappe 2 Hüttentour Schweiz
Karte © Christian Rolle, Holzkirchen
Voralphütte – Bergseehütte: Zunächst südwärts zur Voralpreuss absteigen; den Hüttenweg verlassen und mit der blau-weißen Markierung auf die andere Bachseite. Bald darauf kräftig in die Höhe. Auf Brücke über den Schiessend Bach. Gleich danach um einen Moränenrücken in eine Hangmulde und in dieser weiter aufwärts. Über schrofig-erdigen Untergrund zuletzt recht steil zum Überstieg in der Lücke knapp neben dem Horefellistock (2581 m). Drüben ein paar Meter abwärts in die folgende seichte Geländebucht, wo es über Grasflecken, Blockschutt und typische Gletscherschliffe weitergeht. Deutlich beschwerlicher wird es in den ausgedehnten groben Blockfeldern, die zur Bergseelücke (2600 m) emporleiten. Der jenseitige plattige Felsriegel ist die schwierigste Stelle der Etappe, jedoch klettersteigartig entschärft und eher kurz. Dann folgen bergab durch Karmulden bis zur Bergseehütte (2370 m) wieder die obligatorischen Blockfelder.

Bergseehütte – Chelenalphütte: Südlich am Bergsee vorbei und der nach wie vor blau-weißen Leitlinie etwas ansteigend in die Vorder Mur folgen. Weithin herrscht wieder typisches Blockgestein vor, doch präsentiert sich die Geländeterrasse davon abgesehen als gutmütig, d.h. wenig ausgesetzt. Um eine Hangkante unterhalb des Hoch Horefellistock wechselt man in die ausgedehntere Hinter Mur, wo neben Schutt und Blöcken auch einige Schliffrücken sowie ab und zu Bäche zu queren sind (Vorsicht bei starkem Wasseraufkommen; einmal mit Brücke). Nachdem die Route lange Zeit mit geringen Höhenunterschieden die Flanken geschnitten hat, trifft man schließlich auf das steilere Schlussstück zur Chelenalphütte: gut 200 Höhenmeter bergab, zwischendurch über einen felsigen Riegel auch mit Ketten gesichert.

Die 2. Etappe der Hüttentour auf einen Blick

Talort: Göschenen (1106 m), im Urner Reusstal
Ausgangspunkt: Voralphütte (2126 m)
Endpunkt: Chelenalphütte (2350 m)
Öffentliche Verkehrsmittel: Postauto ab Bahnhof Göschenen bis zur Endstation auf der Göscheneralp
Gehzeiten: Voralphütte – Bergseehütte 3½ Std. – Chelenalphütte 3 Std.
Höhenunterschied: 1020 Hm Aufstieg, 800 Hm Abstieg
Beste Jahreszeit: Juli bis September
Karte/Führer: Swisstopo, 1:50 000, Blatt 255 T »Sustenpass« bzw. 1:25 000, Blätter 1231 »Urseren« und 1211 »Meiental«; Mark Zahel »Hüttentreks Schweiz«, Bruckmann Verlag, 2011
Fremdenverkehrsamt: CH-6487 Göschenen, Tel. 00 41/79/8 10 20 20
Hütten: Voralphütte (2126 m), Mitte Juni bis Ende September, Tel. 00 41/41/8 87 04 20; Bergseehütte (2370 m), Anf. Juni bis Ende Oktober, Tel. 00 41/41/8 85 14 35; Chelenalphütte (2350 m), Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. 00 41/41/ 885 19 30

Hüttentour in der Schweiz
Die 1. Etappe: Salbit-Höhenweg
Die 3. Etappe: Wanderung zur Göscheneralp
 
Mark Zahel
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 04/2013. Jetzt abonnieren!
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