Der Berliner Höhenweg - Etappe 6

Vom Schlegeisgrund zum Friesenberghaus

Man verlässt zwar keineswegs die hochalpine Umgebung, dennoch kommt auf dieser Strecke eine kleine Zäsur ins Spiel, da man den künstlichen Schleigeis-Speicher passiert und so auch vorübergehend mit dem Massentourismus konfrontiert wird. Mit dem Gegenanstieg zur nagelneuen Olpererhütte (die alte wurde nach fast 125 Jahren abgerissen) hat man sich davon aber rasch wieder gelöst. Besonders viel Spaß macht der anschließende Flankensteig hinüber zum Friesenberghaus, begeistert er doch mit einem fortwährend prächtigen Panorama bei sehr geringen Mühen.
 
Das Friesenberghaus ist wichtiger Stützpunkt auf dem Berliner Höhenweg © Mark Zahel
Das Friesenberghaus ist wichtiger Stützpunkt auf dem Berliner Höhenweg
Im Großen und Ganzen führt die 6. Etappe des Berliner Höhenwegs über wenig schwierige Bergwege, am Schlegeis- Stausee auch längere Strecke auf dem Uferfahrweg. Nur ein paar Bachquerungen sowie ein steilerer Abschnitt oberhalb des Friesenbergsees erfordern etwas Trittsicherheit. Konditionell durchschnittliches Tagespensum. Ausrüstung: Bergwanderausrüstung für Mehrtagetouren.

Vom Furtschagl- zum Friesenberghaus

Auf dem Hüttenweg des Furtschaglhauses begeben wir uns windungsreich in den Schlegeistrog hinab und treffen dort unweit der Materialseilbahn nach 40 Minuten auf eine Fahrtrasse. Über den Furtschaglboden flach hinaus Richtung Stausee, vor dessen Ende der starke Zufluss übersetzt wird. Jetzt gilt es, die ganze westseitige Uferpromenade abzulaufen, auf der es früh am Morgen noch ziemlich ruhig zugeht (das ändert sich bei Schönwetter im Tagesverlauf). Man passiert schließlich das Zamsgatterl mit seinen Jausenstationen, geht die kleine Seebucht bei den letzten Parkplätzen aus und wendet sich alsbald dem links abzweigenden Weg zur Olpererhütte zu. Ein Weilchen durch den Bergwald aufwärts, dann in Kehren weiter gegen das Riepenkar, wo auf einer Verflachung der gleichnamige Bach nach rechts überschritten wird. Mit weiteren Serpentinen schließlich hinauf zur Olpererhütte, die aussichtsreich über die Hangkante lugt. Auf der Fortsetzung nach Norden wird gleich eine Hängebrücke überschritten.

Unser Balkonweg durchmisst jetzt mit geringfügigem Höhengewinn längere Zeit die nach Osten offenen Hanglagen des Tuxer Kammes. Mitunter kann es etwas steiniger zugehen, der Weg selbst ist aber unproblematisch. Allenfalls, dass nach Umkurven eines Geländeecks ein paar Bachtraversen etwas Vorsicht verlangen. Schließlich knickt die Route scharf rechts ab, windet sich im Zickzack geschickt durch eine steilere Berglehne am Rande einer Bachrinne tiefer und gelangt in die Nähe des Friesenbergsees. Zum Friesenberghaus ist von hier nur noch ein kleiner Gegenanstieg von wenigen Minuten zu absolvieren; Eifrige besuchen vielleicht noch das Petersköpfl (2679 m) mit seiner skurrilen Steinmandlgesellschaft (gut 30 Minunten ab Hütte).

Die 6. Etappe des Berliner Höhenwegs auf einen Blick:

Wanderkarte 6. Etappe Berliner Höhenweg
Etappe 6 Berliner Höhenweg. © Rolle Kartografie, Holzkirchen
Talort: Mayrhofen (633 m) im Zillertal
Ausgangspunkt: Furtschaglhaus (2293 m)
Zielpunkt: Friesenberghaus (2478 m)
Höhenunterschied: 840 Hm Aufstieg, 660 Hm Abstieg
Gesamtdauer: 51⁄2 Std. (bis Olpererhütte 31⁄2 Std.)
Beste Jahreszeit: Ende Juni bis Ende September
Karten/Führer: Alpenvereinskarte, 1:25 000, Blatt 35/1 »Zillertaler Alpen – West«; Mark Zahel »Hüttentreks«, Bruckmann Verlag, 2010
Fremdenverkehrsamt: Tourismusverband, A-6290 Mayrhofen, Tel. 0 52 85/67 60
Hütten: Furtschaglhaus (2295 m), DAV, bew. Mitte Juni bis Ende September, Tel. 06 76/9 57 98 18; Olpererhütte (2388 m), DAV, bew. Anfang Juni bis Mitte Oktober, Tel. 06 64/4 17 65 66; Friesenberghaus (2478 m), DAV, bew. Mitte Juni bis Ende September, Tel. 06 76/7 49 75 50
Charakter/Besonderheiten: Die Etappe kann natürlich auch geteilt werden, wenn man in der Olpererhütte übernachten möchte. Das kann sich zum Beispiel empfehlen, falls man Ambitionen auf den Hohen Riffler hegt (ab Friesenberghaus 21⁄2 Std. Aufstieg) oder falls man zwei gemütlichere Tage einschalten möchte. Es handelt sich jedenfalls um die leichtesten Strecken des Treks.

Zu den weiteren Etappen des Berliner Höhenweges
Mark Zahel
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 06/2010. Jetzt abonnieren!
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