Ein Klassiker im Allgäu

Mindelheimer Klettersteig

Der Mindelheimer Klettersteig ist eine sehr beliebte Kammüberschreitung mit viel Eisen und noch mehr Aussicht. Insgesamt werden zwischen dem Fiderepass und der Kemptner Scharte vier Gipfel überschritten; höchster Punkt ist der Nördliche Schafalpenkopf (2320 m). Macht man die Tour wie beschrieben, so nehmen die Anforderungen an der (langen) Ferrata insgesamt eher ab.
 
Der Mindelheimer Klettersteig, ein Eisenweg-Klassiker in den Allgäuer Alpen © Eugen E. Hüsler
Der Mindelheimer Klettersteig, ein Eisenweg-Klassiker in den Allgäuer Alpen
Als Tagestour ist der Mindelheimer Klettersteig in den Allgäuer Alpen ziemlich fordernd, ideal daher mit einer Hüttenübernachtung. Die gesicherte Strecke an den Schafalpenköpfen ist länger, als man auf den ersten Blick glauben mag, die Einstiegspassage (Schlüsselstelle) recht knackig.

Auf Eisenwegen hoch über dem Kleinwalsertal

Zustieg: Vom Wanderparkplatz auf einer Sandstraße ins Wildental. Auf der Fluchtalpe (1390 m) links im Zickzack bergan in den Wald, dann in weiteren Kehren auf die Höhe der Vorderwildenalp. Nun flacher in die Mulde unter der Hammerspitze und zuletzt in Schleifen hinauf in den Fiderepass (2035 m) mit der gleichnamigen Hütte. Vom Pass auf bezeichnetem Weg südöstlich in die winzige Fiderescharte (2199 m). Dahinter kurz abwärts und rechts zum Einstieg.

Mindelheimer Klettersteig: Die ersten Meter setzen gleich den Tarif: Mit Hilfe von Eisenbügeln erklimmt man den kurzen Überhang. Anschließend leichter aufwärts in eine Rinne, an Eisenbügeln aus dem Loch und mit Drahtseilhilfe in die Gratkerbe knapp rechts des Nördlichen Schafalpenkopfs (2320 m). Am Grat entlang zu einem Steilabbruch, über ihn gut gesichert zu einer Leiter, die im Rücken eines Türmchens ins Flache leitet. Weiter am breiten Kammrücken. Auf solider Brücke über einen Felsspalt; dann geht’s in einer schrägen Verschneidung unter Überhängen abwärts. Wenig weiter bricht der Grat über eine senkrechte Wand ab; an Eisenbügeln hinunter in eine Scharte (ca. 2200 m).

Der Anstieg zum Mittelgipfel startet recht rasant über steile Felsen. Einem engen Kamin entsteigtman nach rechts an Bügeln, anschließend über gestufte Felsen auf ein spitzes Köpfl. Gleich jenseits mit Klammern abwärts, rechts um einen Turm herum und dann senkrecht auf ein abschüssiges Band. Gut gesichert über die zerklüfteten Gipfelzacken des Mittleren Schafalpenkopfs. Eher gemütlich dann der Abstieg in die nächste Scharte (2104 m). In steilem Gegenanstieg auf den Südlichen Schafalpenkopf (2272 m). Dahinter über den breiten Rücken bergab, dann links in eine Steilrinne (rechts markierte Variante, leichter), durch die man zum Felsfuß abklettert. Nochmals ansteigend über das Kemptner Köpfl (2191 m) zur Kemptner Scharte (2108 m). Etwa 10 Gehminuten weiter südlich steht die Mindelheimer Hütte (2013 m).

Abstieg: Aus der Kemptner Scharte auf schön angelegtem Weg an dem felsigen Rücken (Drahtseile) im Zickzack abwärts zum Felsfuß, dann in weiteren Kehren hinunter in den grünen Boden der Hinterwildenalpe (1777 m). An der Alphütte vorbei und über eine markante Geländestufe abwärts zur Fluchtalpe (1390 m), wo man auf den Anstiegsweg stößt.

Mindelheimer Klettersteig auf einen Blick:

Mindelheimer Klettersteig KarteTalort: Mittelberg (1215 m)
Ausgangspunkt: Gebührenpflichtiger Wanderparkplatz (1160 m) an der Straße nach Höfle
Öffentliche Verkehrsmittel: Nach Mittelberg fährt von Oberstdorf der Walserbus, auch zum Parkplatz rechts der Breitach
Höhenunterschied: 1500 Hm inklusive Gegensteigungen
Gesamtzeit: 9 Std. (↗2 Std., Klettersteig 4 Std., 2 Std.)
Beste Jahreszeit: Mitte Juni bis Mitte Oktober
Karte/Führer: Bayerisches Landesvermessungsamt 1:50 000, UK L 8 »Allgäuer Alpen«; »Hüslers Klettersteigführer Nordalpen«, Bruckmann Verlag, München
Fremdenverkehrsamt: Walserhaus, 87568 Hirschegg; Tel. +43/5517/5 11 40, Fax 51 14 21, info@kleinwalsertal.com, www.kleinwalsertal.de
Hütten: Fiderepasshütte (2067 m), bew. Ende Mai bis Mitte Oktober, Tel. 0 55 17/2 06 26; Mindelheimer Hütte (2013 m), bew. Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. 01 71/6 70 66 73; Einkehrmöglichkeiten auch in Schwendle, auf der Oberen Wiesalpe und auf der Fluchtalpe (1390 m)
Charakter/Besonderheiten: Sehr populäre Kammüberschreitung in den Allgäuer Alpen mit viel Eisen und noch mehr Aussicht. Viele hübsche Einzelstellen am Klettersteig; landschaftlich sehr reizvoll sind auch Zu- und Abstieg. In der beschriebenen Richtung besser, weil die Schwierigkeiten dann allmählich abnehmen.
Von Eugen E. Hüsler. Karte: © Christian Rolle, Holzkirchen
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren