Rund um den höchsten Gipfel der Brentagruppe

Klettersteig am Cima Tosa in der Brenta

Der Klettersteig um den Cima Tosa führt ins Allerheiligste der Brenta: Abseits der notorisch überlaufenen Bocchette-Wege bieten die Sentieri Martinazzi und Brentari atemberaubende Felsszenerien – und vergleichsweise viel Ruhe beim Betrachten und Fotografieren derselben.
 
Faszinierende Ausblicke am Weg: Campanile Alto (links hinten.), Campanile Basso (Mitte), Brenta Alta (rechts) © Axel Klemmer
Faszinierende Ausblicke am Weg: Campanile Alto (links hinten.), Campanile Basso (Mitte), Brenta Alta (rechts)
Die Klettersteigpassagen am Cima Tosa sind eher kurz und wenig schwierig, aufgrund der teils steilen Firn-/ Gletscherfelder und der fast einschüchternd alpinen Umgebung ist die Tour aber durchaus anspruchsvoll. Neben absoluter Trittsicherheit und Schwindelfreiheit braucht es eine gute Kondition.

Auf dem Sentiero Brentari um den höchsten Brenta-Gipfel

Route: Vom Rif. Vallesinella auf Weg 317 hinauf zum Rif. Casinei (1850 m) und weiter über Weg 318A und die »Galleria Bogani« zum Rif. Brentei (2182 m). Nun auf dem Sentiero »Daniele Martinazzi« zunächst hinab ins Val Brenta, dann sehr eindrucksvoll um den Fuß der Nordkante der Cima Tosa herum und weiter unter dessen gewaltiger Westwand über einzelne Felsstufen (Sicherungen) und Firn bergan. Unterhalb der Bocca dei Camosci links halten und im Fels (Sicherungen) hinauf in die Bocca d‘Ambiez (2871 m). Jenseits steil hinab auf den Vedretta d‘Ambiez, der etwas absteigend in südöstlicher Richtung zum Einstieg des Sentiero Brentari gequert wird.

Über Felsstufen steil hinauf (Sicherungen, Leitern), dann auf einem fantastischen Band sehr aussichtsreich hinüber zur weiten Schulter der Sella di Tosa (2845 m); der Blick von dort zum Campanile Basso (Guglia) ist grandios. Nun im weiten Bogen unter den SO-Abstürzen der Cima Tosa über Schutt (evtl. Restschnee im Frühsommer!) hinab und am Fuß der Cima Brenta Bassa entlang zum Rif. Pedrotti (2491 m). Der Rückweg beginnt mit dem kurzen Anstieg in die Bocca di Brenta (2552 m), hinter der unschwierige Felsstufen ins Val Brenta Alta leiten. In eindrucksvoller Umgebung, am Campanile Basso vorbei, führt der Weg hinab zum Rif. Brentei. Auf der vom Hinweg bekannten Route oder auf dem tiefer verlaufenden Sentiero Violi geht es hinab zum Rif. Casinei und weiter zum Rif. Vallesinella.

Der Cima Tosa-Steig auf einen Blick:

Klettersteig Cima Tosa BrentagruppeHöhendifferenz: 1600Hm
Dauer: 8½–9 Std.
Ausrüstung: komplette Klettersteigausrüstung, dazu Steigeisen/Grödel
Talort: Madonna di Campiglio (1522 m)
Ausgangspunkt: Rif. Vallesinella (1513 m)
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinien 201 Trento – Tione und 231 Tione – Madonna di Campiglio; Shuttle- Bus zum Rif. Vallesinella
Beste Jahreszeit: Juli bis September/Oktober
Karten/Führer: Alpenvereinskarte 1:25 000, Nr. 51 »Brentagruppe«; Tabacco 1:25 000, Nr. 053 »Dolomiti di Brenta«; Kompass-Karten 1:25 000 und 1:40 000 »Dolomiti di Brenta«. »Hüslers Klettersteigführer Gardasee mit Brenta«, Bruckmann Verlag
Information: APT Madonna di Campiglio, Via Pradalago 4, I-38086 Madonna di Campiglio (TN), Tel. 00 39/04 65/ 44 75 01, www.campigliodolomiti.it
Hütten: Rifugio Brentei (2182 m), 113 Schlafplätze, Winterraum mit 18 Plätzen, bew. Mitte Juni – Ende September, Tel. 00 39/04 65/44 12 44, www.rifugiobrentei.it; Rifugio Tosa T. Pedrotti (2491 m), 120 Schlafplätze, Winterraum mit 20 Plätzen, bew. 20. Juni – 30. September, Tel. 00 39/ 04 61/94 81 15, www.rifugiotosapedrotti.it
Von Axel Klemmer
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 05/2014. Jetzt abonnieren!
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