Klettern in der Brenta | BERGSTEIGER Magazin
Kletterrouten in der Region Terme di Comano

Klettern in der Brenta

Familientouren am »Fels der Kobolde«, knackige 8c-Routen und technisch anspruchsvolle Touren – in der Brenta um Terme di Comano kommen Kletterer auf ihre Kosten. Hier bieten gleich elf Klettergärten mit mehr als 400 Routen das Passende bei jedem Schwierigkeitsgrad und jeder Witterung.
Von Nina Hölmer
 
Mehr als 400 Kletterrouten jeden Schwierigkeitsgrads gibt es um Terme di Comano. © BERGSTEIGER
Mehr als 400 Kletterrouten jeden Schwierigkeitsgrads gibt es um Terme di Comano.
Sommer, Sonne, Schlangestehen – zumindest in den beliebten Klettergärten von Arco ist dies an Schönwetter-Tagen oft der Fall. Wer anstelle von Warten lieber tolle Züge machen möchte, findet im Gebiet von Terme di Comano in den Brentner Dolomiten eine perfekte Alternative. Jenseits des Passo del Ballino gelegen, wollen hier im Trentino gleich elf Klettergärten mit mehr als 400 wunderbaren Routen entdeckt werden. Kinder und Anfänger steigen mit dem zweiten Grad ein, Profis holen sich an 8c-Routen lange Finger. Gleich oberhalb von Terme di Comano gibt es den kleinen Felsen Comano mit 27 Routen, die nach Westen ausgerichtet sind – und darum perfekt für heiße Sommertage. Mit kurzem Zustieg und viel Platz am Wandfuß ist dies auch ein idealer Fels für Familien. Leisten und kleingriffige Schuppen machen Fortgeschrittene glücklich.

Trentino: Klettern auch im Winter

In den Gebieten Bedon und Trudol finden sich eher klassische Routen. Das Gebiet von Rio Bianco liegt fast komplett im Schatten, der Fels ist anspruchsvoll und leider nicht immer fest. Im Gegensatz dazu macht »Sunny Place« seinem Namen alle Ehre und bietet 25 Routen von 5a – 8a, die selbst im Winter oft traumhaft sind. In Tione kommen Freunde eher technischer Kletterei auf ihre Kosten. Colturas Vorteil ist gleichzeitig sein Nachteil: Es liegt direkt an der (wenn auch wenig befahrenen) Straße. Sehr zu empfehlen ist auch der große Klettergarten im Val Lomasone, der von Frühjahr bis Herbst optimale Bedingungen bietet. An dem Kalkriegel mit Terrassen finden sich alle Schwierigkeitsgrade, besonders schön ist aber der Sektor für Anfänger und Kletter-Nachwuchs, die »Roccia dei Folletti«, der Fels der Kobolde. In einzigartigem Konglomerat- Gestein klettert man im Promeghin-Gebiet, das kühle Val Algone ist perfekt bei Sommerhitze. Oberhalb der Ortschaft Preore liegt der Klettergarten Niere. Wer es nach zu viel Vino am Vorabend entspannt angehen lassen will, kann viele leichte Routen in geneigtem Fels genießen. Aber auch ein knackiger Sektor mit anspruchsvollen Strukturen ist vorhanden. Und zu bestaunen gibt’s in Kletterpausen auch einiges: Heimische Künstler haben die Wände und die Umgebung mit Holzschnitzereien verschönert.

Infos zu den Klettergebieten im Trentino:

Anfahrt: Mit dem Auto über die Brennerstaatsstraße 12 und die Brennerautobahn A 22 (Ausfahrt Trento Sud): zuerst entlang der Staatsstraße 45, dann der SS 237 Brescia-Tormini; oder aus Ost-West kommend über die Autobahn Mailand- Venedig (Ausfahrt Brescia Est), dann entlang der SS 237 Brescia-Tormini; oder von Riva del Garda über die SS 421 Riva-Ballino.
Mit Zug und Bus: Vom Bahnhof Trient Busverbindungen Richtung Sarche, Terme di Comano; oder von der entgegengesetzten Richtung mit dem Zug bis Brescia und danach mit dem Bus Richtung Tormini-Tione.
Mit dem Flugzeug: Die nächstgelegenen Flughäfen sind Verona Catullo, Venedig Marco Polo, Mailand Linate, Bozen und Bergamo.

Infos: Azienda per il Turismo Terme di Comano – Dolomiti di Brenta – Via C. Battisti, 38/d – 38077 Ponte Arche – Numero Verde 800 11 11 71; Tel: 00 39/04 65/70 26 26; www.visitacomano.it

Drei Routen, die glücklich machen:
  1. Tocaia, 7a+, Val Lomasone: Auf 22 Metern gibt’s hier anspruchsvolle Verschneidungs- und Wandkletterei.
  2. Le Fazil, 4b, Comano: Nur zwölf Meter lang, zwei Ausstiegsvarianten; bis dahin griffige Kletterei mit guten Seitengriffen (nicht so brüchig, wie sie erscheinen)
  3. Il nido del ragno, 6b+, Val Algone: Beißen, beißen, beißen – hübsche Ausdauerkletterei auf 25 Metern an soliden Griffen
Nina Hölmer
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