Wissenswertes zum 150-jährigen Jubiläum

Faktencheck Matterhorn

Großer Berg, große Geschichten. Über das Matterhorn gibt es weit mehr zu erzählen, als die Geschehnisse bei der Erstbesteigung. Wir liefern Ihnen eine Auswahl an Infos, mit denen Sie nicht nur bei einem Matterhorn- Besuch punkten können.
 
Ein Postkartenidyll, das immer wieder fasziniert: das Matterhorn überm Stellisee © Robert Bösch
Ein Postkartenidyll, das immer wieder fasziniert: das Matterhorn überm Stellisee
Die Erstbesteigung des Matterhorns liegt nun 150 Jahre zurück. Seither sind dort 600 Bergsteiger verunglückt. Trotzdem machen sich immer noch Jahr für Jahr 3500 Menschen auf zum Gipfel des Schweizer Wahrzeichens. Zeit, die wichtigsten Fakten aufzuzählen!

Afrika
Das Gestein am Matterhorn-Gipfel ist originär afrikanisch. Zunächst überdeckt von europäischem Fels, bringt es die Erosion mehr und mehr zum Vorschein.

Dreizehnthöchster
Mit einer Höhe von 4.477,54 Metern bzw. gerundet 4.478 Metern steht das Matterhorn auf Platz 13 der höchsten Berge Europas.

Felsentführung
Marketing über alles: Für eine Werbetour in die USA lässt der damalige Tourismuschef Zermatts 1984 zwei Felsstücke im Gipfelbereich des Matterhorns abtragen.

Nachahmer
1959 wird die erste offizielle Nachbildung im Disneyland Resort Kalifornien eingeweiht; DisneyWorld Orlando zieht bald nach. Auch im Miniaturwunderland Hamburg steht ein Double, 5.982 mm hoch. Bis zur Fußball-WM soll zudem in Katar ein gigantisches Wohn- und Geschäftscenter in Form des Matterhorns errichtet werden.

Papstbesuch
Vom Gipfelstürmer zum Papst Pius XI.: Bevor Archille Ratti 1922 zum Papst gewählt wird, besteigt er 1889 das Matterhorn.

Rekordbesucher (Stand: 2014)
Häufigster (> 800): Richard Andenmatten (1936–2015); Jüngster: Kevin Lauber, Sohn des Hüttenwarts Kurt Lauber, damals (1999) acht Jahre alt; Ältester: Ulrich Inderbinen (1900–2004), stand zuletzt 89-jährig auf dem Gipfel.

Stoffbär
Einziger Begleiter Walter Bonattis bei seiner Solo-Winterbegehung der Nordwand März 1965. Wurde laut Berichten Bonattis unterwegs in alle Planungen einbezogen und war eine wichtige Seelenstütze.

Toblerone
Schweizer Schokolade, 1908 von Theodor Tobler und Emil Baumann kreiert. Das berühmte Plakat mit Matterhorn entstand erst deutlich später. Ähnlichkeiten mit der Form des Berges sind daher wohl eher zufälliger Natur – werden aber geschickt für die Vermarktung genutzt.

Weltwunder
Trotz seiner einmaligen Form schafft es das Matterhorn bei der Auswahl neuer UNESCO-Weltwunder 2011 nur ins Finale der letzten 28. Was bleibt, ist der 1950 verliehene Titel »schützenswertes Naturwunder«.
Matterhorn Maskottchen Wolli
Wolli
Maskottchen von Zermatt mit Matterhorn- Ambitionen. Verirrt sich bei seinem ersten Gipfelanstieg allerdings und bleibt seiner Heimatgemeinde fortan treu.

Matterhorn Entstehungssage

Einer Sage nach soll das Matterhorn in allerfrühester Zeit zu einer Bergkette gehört haben, die einheitlich hoch war und gegen Süden abbrach. Der Riese Gargantua aus dem Aostatal, so ist es überliefert, wollte eines Tages auch einmal die Landschaft jenseits des Plateaus sehen, machte einen großen Schritt und schon stand er mit einem Fuß in der Schweiz. Doch o Schreck, das brachte die Felsen ringsum zum Einsturz. Von dem gewaltigen Massiv blieb nur, was der Riesen zwischen seinen Beinen hatte schützen können – das Matterhorn.

Gedicht fürs Horu

Ernesto Perren aus Zermatt hat den Berg der Berge in Gedichtform verewigt. Das Besondere: Die ersten Buchstaben jeder Zeile ergeben das Wort „Matterhorn“
Mächtig prangst Du, Form der Formen
Archetypus, bergvollendet,
Transzendent von allen Normen.
Traumberg – Deine Schönheit blendet!
Erdenschwere überwindend,
Reichst hinein in letzte Sphären,
Himmelslicht mit Fels verbindend.
Oben erst dich zu erklären:
Reines Herz erfasst’s im Spiel;
Nur im Weg liegt unser Ziel.
Artikel aus Bergsteiger Ausgabe 07/2015. Jetzt abonnieren!
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